(Der gewöhnliche Gang der Menschen aber ist, daß sie erst durch Legalität zur Sittlichkeit kommen, die Wildheit erst gezähmt, die Zügellosigkeit gebrochen werden muß. Also ihr Wille muß erst durch das Gesetz gezähmt werden: dies ist die Vorbereitung. Das Gesetz aber, wenn es wirksam ist, wird nothwendig gehaßt, denn die Lust, die es voraussetzt, ist ihm zuwider: es kann nur schrecken, nicht zur Liebe einladen. Sündigen wollen sie gern, aber die Strafe haben sie nicht gern. Wo das Gesetz seinem Inhalte nach geliebt wird, ist kein Gesetz mehr, der Form nach. Man muß das Gesetz lieben können, heißt darum: es soll gar kein Gesetz sein, welches, wenn es recht verstanden wird, auch wahr ist und trefflich).